Indogermanische sprachen


29.12.2020 20:31
Indogermanische Sprachen - Lehrstuhl fr vergleichende
zur. Anzeige (Science, ILB). Der Terminus selbst wurde 1823 von Julius Klaproth geprgt. Jahrhundert eine zuverlssige Methodik entwickelt worden war, konnte der wissenschaftliche Nachweis erbracht werden, dass verschiedenste Sprachen auf dem europischen und asiatischen Kontinent auf eine gemeinsame Grundsprache zurckgehen.

Er soll die indogermanischen Sprachen in ihrer geographischen Verbreitung auf dem eurasischen Kontinent umklammern: mit Indisch als der sdstlichsten und Germanisch als der nordwestlichsten indogermanischen Sprachgruppe. Bedeutung phylogenetischer Stammbume, die lexikalischen Daten fr diese Analyse stammen aus der. Wenige Forscher dagegen favorisieren eine andere Theorie, nach der die indogermanischen (indoeuropischen) Sprachen ihren gemeinsamen Ursprung vor 80 Jahren im heutigen Anatolien haben, von wo aus sie sich gemeinsam mit der Landwirtschaft ausgebreitet haben sollen. Zusammen bilden sie die indogermanische Sprachfamilie. Etwa die Hlfte der Weltbevlkerung spricht heute eine indogermanische Sprache. Diese seien von Atkinson und seinem Team ebenfalls nicht bercksichtigt worden. Ein groes internationales Team, zu dem auch Max-Planck-Wissenschaftler Michael Dunn zhlt, hat jetzt die Ergebnisse einer innovativen phylogeographischen Bayes-Analyse sprachlicher und rumlicher Daten von indogermanischen Sprachen vorgelegt. Lexik mit Verbreitung von Sprechern kombiniert. Mehrheitlich vertritt die historische Sprachwissenschaft die Auffassung, die indogermanische Sprachfamilie sei vor rund 6000 Jahren in der pontischen Steppe in der heutigen Ukraine entstanden. Den Nachweis dafr liefert die linguistische Palontologie: Bestimmte Wrter, die im Zusammenhang mit der Technik von Radfahrzeugen benutzt werden, finden sich  in allen Zweigen der indogermanischen Sprachfamilie wider.

Science verffentlichten Ergebnisse sttzen die von der Minderheit vertretene Auffassung in mageblicher Weise. Ber ihre Arbeit berichten sie im Fachmagazin Science. Daraus entwickelte der Computer verschiedene mgliche Stammbume der indoeuropischen Sprachfamilie, die sowohl zeitliche als auch rumliche Informationen enthielten. Um die beiden Thesen auf den Prfstand zu stellen, analysierten Atkinson und seine Kollegen 6000 sogenannte Kognate aus insgesamt 103 ausgestorbenen und noch existierenden indoeuropischen Sprachen. Demnach lautet auch das Fazit der Forscher: Die Steppentheorie ist im Vergleich zur Anatolien-These sehr unwahrscheinlich. Ihre Verbreitung ber Europa und Asien soll dieser These zufolge vor etwa 50 Jahren begonnen haben.

Sie liefert eine umfassende, hochwertige Sammlung von Sprachdaten, die sich fr phylogenetische Analysen eignen. Die zahlreichen Einzelsprachen lassen sich - abgesehen von bruchstckhaft berlieferten Sprachen - in elf groe Sprachgruppen unterteilen. Die rivalisierende Theorie geht dagegen von einer sehr viel frheren Verbreitung aus, die bereits vor 80 Jahren in Anatolien ihren Anfang nahm. August 2012, die indogermanischen oder auch indoeuropischen Sprachen zhlen zu den am weitesten verbreiteten Sprachfamilien weltweit und lassen sich seit rund 2000 Jahren auch als geschriebene Sprachen relativ gut erforschen. In diesem Fall htte die Ursprache zusammen mit der Landwirtschaft ihren Siegeszug ber Europa und Asien angetreten. Die Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, kurz Indogermanistik, hat die sogenannten "indogermanischen" Sprachen zum Forschungsgegenstand. Auerdem ftterte das Team sein Analyse-Programm mit geografischen Daten zur Verbreitung der verschiedenen Sprachen. Solche Rckschlsse sind deshalb mglich, weil sprachliche Vernderungen nicht willkrlich, sondern in bestimmten Bereichen nach gleichbleibenden Regeln ablaufen.

Kognate sind Wrter, die sich aus einem gemeinsamen Ursprungsbegriff entwickelt haben, wie etwa die Begriffe Mutter, mother und madre. Die  Vorgeschichte bekannter Ereignisse der Zeitpunkt des ersten Nachweises einer toten Sprache sowie Ereignisse, die sich aus archologischen Befunden oder historischen Belegen schlieen lassen,  werden verwendet, um den abgeleiteten Sprachfamilienstammbaum auf den Zeitaspekt zu kalibrieren. Es gibt vor allem zwei groe Lager, die sich gegenseitig heftig bekmpfen: Das erste vermutet den Ursprung in der russischen Steppe nrdlich des kaspischen Meers, wo die Sprache von halbnomadisch lebenden Reitervlkern gesprochen worden sein soll. Vollstndig lsen knnen wird die neue Studie den alten Streit daher wohl nicht, auch wenn sie, wie der Sprachforscher Paul Heggarty vom Max-Planck-Institut fr Evolutionre Anthropologie in Leipzig kommentiert, die Anhnger der Steppen-Hypothese an einigen Stellen durchaus in Erklrungsnot bringe.  Zudem wissen wir aus der Archologie, dass Radfahrzeuge frhestens zu diesem Zeitpunkt aufgekommen sind. August 2012, teilen: Zurck zur Startseite. Die andere, nach der die Sprachfamilie ursprnglich aus der russischen Steppe stammt, erscheine nach den Daten der aktuellen Analyse als uerst unwahrscheinlich, sagt Studienleiter Quentin Atkinson von der University of Auckland. Er und seine Kollegen hatten fr ihre Untersuchung eine Methode eingesetzt, mit der sonst genetische Informationen analysiert werden.

Die in dieser Woche in der. Doch auch im vorliegenden Fall fhrte es zu einer sehr klaren Tendenz: Die mglichen Stammbume verorteten die Ursprache in der berwltigenden Mehrheit der Flle in Anatolien und datierten sie zudem auf eine Zeit weit vor der in der Steppentheorie angenommenen Entstehungszeit. Umstritten bei den Wissenschaftlern sind jedoch nach wie vor der Zeitpunkt und der Ort ihres Ursprungs. Als wissenschaftliche Disziplin hat sich die Indogermanistik zur Aufgabe gemacht, aus den berlieferten indogermanischen Tochtersprachen Rckschlsse auf die gemeinsame Grundsprache, das sogenannte Urindogermanische, zu ziehen. Die Forscher konzentrierten sich auf 200 sehr grundlegende Bedeutungen, wie eben Mutter, Vater, Feuer, Wasser oder Verben wie laufen und gehen, und analysierten deren Entwicklung. Neben dem eigentlichen Interesse, der Aufklrung der Geschichte von Sprachfamilien und ihrer Sprecher - sind phylogenetische Stammbume entscheidend fr das Verstndnis der Entwicklung und Diversitt vieler Geisteswissenschaften, von der. Deshalb knnen Sprachwissenschaftler die indogermanische Grundsprache in ihren verschiedenen Aspekten rekonstruieren (Lautsystem, Grammatik, Wortschatz, Syntax).

Zudem gebe es wirklich sehr gute archologische Belege, die auf einen Ursprung der Sprachfamilie in der russischen Steppe hindeuteten. Die dort beschriebene Analyse kombiniert ein Modell der Lexik-Entwicklung einzelner Sprachen mit einem expliziten rumlichen Verbreitungsmodell von Sprechern dieser Sprachen. Von dort hat sie sich vor ungefhr.000 Jahren mit der aufblhenden Landwirtschaft ber Asien und Europa ausgebreitet. Wo allerdings die erste indoeuropische Sprache erklang, ist uerst umstritten. Der amerikanische Archologe David Anthony vom Hartwick College in Oneonta, Staat New York, moniert ebenfalls in Science beispielsweise, dass sich die Wissenschaftler lediglich auf Wrter konzentriert htten und Sprachstruktur, Grammatik und hnliches ignorierten. Modell deutet auf anatolische Heimat, dieses Vorgehen wird normalerweise eingesetzt, um den Ausbruch von Viruserkrankungen wie Influenza oder Tollwut anhand der genetischen Information des Erregers nachzuvollziehen, erlutert Atkinson.

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